Mit Gott und aus eigener Kraft

Der Beginn des 20. Jahrhunderts markiert für Ed. Prosch bedeutende Neuerungen: 1901 steigen Otto und Gustav Prosch als Inhaber ins Geschäft ein, das nun zur Offenen Handelsgesellschaft (OHG) wird. Mit ihnen siedelt der Verkauf im gleichen Jahr an einen neuen, deutlich größeren Stammsitz am Grabower Steindamm um. Unermüdlich sorgen die Brüder für Wachstum und Gedeihen ihres Unternehmens. 1912 bekommt es eine Zweigstelle in Lübz: Eine landwirtschaftliche Winterschule bildet hier die Söhne der umliegenden Großbauern aus – eine hervorragende Gelegenheit, die Kunden von morgen für sich zu gewinnen. Was die Proschs jedoch dann erwartet, sind annähernd zwei Jahrzehnte zäher Kampf und Mühen. Während die Männer, Inhaber wie Mitarbeiter, in den Krieg ziehen müssen, halten ihre Frauen die Stellung im Geschäft. Was die Kriegsjahre nicht wegreißen, droht in der späteren Inflation unterzugehen. Doch die gesamte Familie zieht an einem Strang, stellt das Sortiment immer wieder neu auf den aktuellen Bedarf ein. 1924 wagt sie die Expansion nach Perleberg, wo guter Boden mehr Landwirtschaft und damit bessere Absätze verspricht. Unbeirrt von Materialverknappungen und anderen Widrigkeiten bauen die Proschs ihren Handel wieder zu dem aus, was er einmal war. Als 1934 Ottos Söhne Eduard, Heinrich und Hans-Christian sowie Gustavs Sohn Carl-Heinz als Gesellschafter einsteigen, ist ihnen sehr wohl bewusst, welch harte Arbeit hinter den nun wieder fließenden Gewinnen steht. Otto und Gustav sind deshalb sicher: „Die neue junge Generation wird das Erbe der Väter zu wahren wissen, sie wird weiterarbeiten mit ererbter Zähigkeit und Kraft an dem Aufbau und der Vergrößerung der Firma und festhalten an dem Wahlspruch, der seit zwei Generationen über der täglichen Arbeit steht.“ Der mahnt: „Vertrau auf Gott, doch auch auf eigne Kraft, Gott segnet nur, was Du Dir selbst geschafft.“ Schon bald wird beides, Gottvertrauen und eigener Einsatz, nötiger sein denn je: Ein neuer Krieg steht vor der Tür.