Die Firma muss leben

1990. Wieder einmal fast alles auf Null: Die Warenbestände der Ed. Prosch KG sind überwiegend schrottreif, die vorhandene Technik veraltet, die Hinterhöfe haben viel zu enge Einfahrten für große Lieferfahrzeuge. Aber es gibt auch Hoffnungsschimmer: zwei gut eingearbeitete Mitarbeiter, den untadeligen Ruf der durch alle Stürme hindurch beständigen Firma und eine euphorische Aufbruchsstimmung. Dr. Hartmut Prosch, Urenkel des Gründers und nun frei dafür, in vierter Generation den Staffelstab zu übernehmen, schreibt Konzepte, boxt bei der Sparkasse Finanzierungen durch, nimmt Kontakt zu früheren Lieferanten auf und wirbt in Betrieben um neue Mitarbeiter. Seine Pläne bespricht er offen mit den Mecklenburger und Prignitzer Handwerksmeistern: „Ich baue wieder auf. Kauft ihr bei mir?“ Sie wollen. Im Juni 1990 kommt die erste Stahllieferung aus Hamburg. Ihre ersten Rechnungen legt die Ed. Prosch KG einen Monat später – schon in D-Mark. Es ist schwere körperliche Arbeit, und es wird viel improvisiert in diesen Tagen. Ausgeliefert wird zunächst wieder einmal umständlich mit dem Traktor. Ein Wolkenbruch sorgt 1993 obendrein für die Überschwemmung des kompletten Perleberger Lagers. Eines indes hat bei allen Umwandlungen und Reformen Bestand: die alten Werte der Proschs. Zuverlässigkeit steht an oberster Stelle. Und man weiß, wo man hingehört: Die gute Versorgung der Region, nicht die Eroberung der Welt, ist das Ziel. Unbehelligt vom Blick großer Wettbewerber, mit mutigen Investitionen wie 1993 in eine neue, große Halle in Perleberg und mit tatkräftiger Unterstützung neuer Freunde wächst das Unternehmen so in der Blüte des regionalen wirtschaftlichen Aufschwungs mit. Am 26. Mai 2000, exakt 50.000 Tage nach der Unternehmensgründung durch Eduard Prosch, öffnet auch die Grabower Filiale in moderner Halle. Die Ed. Prosch KG ist nun technisch für die Zukunft gerüstet.